Schlaraffenland oder Niemandsland. Suburbanisierung - ein problematischer Boom?

A. Borsdorf Schlaraffenland oder Niemandsland. Suburbanisierung - ein problematischer Boom?

Seit Jahrzehnten findet Städtewachstum nicht mehr in den Kernstädten statt, sondern in den Außenzonen. Ihm Rahmen diese Prozesses werden heute nicht mehr - wie noch zu Beginn der so genannten "Suburbanisierung" - nur Wohnfunktionen von der Innenstadt an den Stadtrand verlagert.

Längst hat die zentripetale Funktionswanderung auch den sekundären Sektor, insbesondere aber den hochrangigen tertiären und quartären Wirtschaftssektor erfasst. In den städtischen Randzonen entstehen Einkaufszentren, Büroquartiere und Industrieparks, und viele Bewohner von Randgemeinden großer Städte suchen die Kernstadtbereiche – einstmals Areale höchster "Zentralität" – nur noch selten auf. Sie arbeiten, versorgen, bilden und erholen sich innerhalb der Randzonen der Städte.
 
Diese Zonen sind nicht mehr als "suburban" zu bezeichnen. Als strukturstarke Standorte treten „periphere“ Funktionseinheiten in Konkurrenz zu den traditionellen Einrichtungen, woraus eine Schwächung der gewachsenen, durch ein Kern-Rand-Gefälle gekennzeichneten Siedlungsstrukturen resultiert. Die traditionellen räumlichen, wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen und Abhängigkeiten zwischen Stadt und Land verlieren ihre Gültigkeit. 
 

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