Novelle zum AMA-Gesetz beschlossen

AMA-Novelle stärkt regionale Produkte
Foto: BML / Michael Gruber

Der Ministerrat beschloss am 16. November die Novelle des AMA-Gesetzes.
Damit wird das Marketingbeitragssystem breit und zukunftsorientiert aufgestellt.
 

Die AMA-Marketingbeiträge wurden seit ihrer Einführung im Jahr 1995 inhaltlich und in der Höhe bis heute weitestgehend unverändert fortgeführt. Ein zeitgemäßes Agrarmarketing benötigt aber eine breitere Basis und soll alle Sektoren der Landwirtschaft bestmöglich einbeziehen.

Das Agrarmarketing der AMA wird über Marketingbeiträge ermöglicht und spielt bei der Kommunikation von landwirtschafts- und lebensmittelrelevanten Aspekten sowie für den Absatz von landwirtschaftlichen Erzeugnissen eine wesentliche Rolle.

Den AMA-Marketingbeiträgen stehen also vielfältige Leistungen und ein deutlicher Mehrwert für die Landwirtschaft gegenüber.

„Wir brauchen ein effizientes und leistungsstarkes Marketing, um die qualitativ hochwertigen Lebensmittel der Bäuerinnen und Bauern bestmöglich bewerben zu können. Diese wichtige Aufgabe erfüllt die AMA-Marketing sehr erfolgreich. Um dieses System auf stabile Beine zu stellen, ist eine Weiterentwicklung notwendig."

(Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig)

In den vergangenen Jahren wurde daher gemeinsam mit der Branche, dem Koalitionspartner und der Interessensvertretung intensiv an der AMA-Gesetzesnovelle gearbeitet. Das Beitragssystem wird nun breit und zukunftsorientiert aufgestellt, Verwaltungslasten werden reduziert und das Agrarmarketing optimiert.

„Indem künftig alle einen Beitrag leisten, kann die AMA-Marketing unsere regionalen Produkte noch besser bewerben, die Informationsvermittlung der Qualität verbessern und so mehr Wertschätzung für die Leistung der Landwirtschaft erzeugen“.

(Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig)

Mit der Systemumstellung werden erstmals auch die landwirtschaftlichen Nutzflächen und somit die gesamte landwirtschaftliche Produktion ins Marketing und Beitragssystem eingebunden. Diese Systemumstellung entspricht auch der Empfehlung des Rechnungshofes, der eine breitere Mittelaufbringung und eine Weiterentwicklung des Agrarmarketingsystems nahegelegt hat.

Die wesentlichen Inhalte der Novelle:

  • Einbindung des gesamten Getreidesektors in das Marketingsystem
  • Stärkung von Almerzeugnissen
  • Ausbau der Qualitäts- und Herkunftssicherung
  • Stärkeres Hervorstreichen der Bedeutung der Landwirtschaft für die Lebensmittelversorgungssicherheit
  • Ausbau des AMA-Gütesiegels auf weitere Bereiche (z. B. breite Etablierung des AMA-Gütesiegels bei Brot und Backwaren)
  • Vermehrte Kommunikation der vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft für Umwelt, Natur, Klima und Tierwohl
  • Weitere Vereinfachungen im Einhebungsprozess der Beiträge

Budget für die Bewerbung landwirtschaftlicher Produkte und Leistungen

Durch das geänderte Beitragsmodell werden die Marketingbeiträge von gut 19 Millionen Euro pro Jahr um rund ein Drittel steigen. Die AMA-Marketing wird diese Mittel zur Umsetzung der angeführten Möglichkeiten und zur Bewerbung der hochqualitativen Produkte in allen Bereichen einsetzen.

Einführung eines Zwei-Säulenmodells

Das Gesamtaufkommen der Marketingbeiträge ergibt sich künftig aus zwei Säulen:

  1. Dem neuen einheitlichen Flächenbeitrag (Basisbeitrag) für landwirtschaftliche Nutzflächen
    1. 5 Euro pro Hektar (und Jahr) landwirtschaftliche Fläche
    2. 1 Euro pro Hektar (und Jahr) für Almweideflächen oder andere extensiv genutzte Flächen (z.B. Streuwiesen, Bergmähder, einmähdige Wiesen, Biodiversitätsflächen).
  2. und den schon bestehenden Produktbeiträgen für Schlachttiere, Legehennen, angelieferte Milch, Gemüse, Obst, Gartenbauerzeugnisse.

Damit beispielsweise für Tierhaltungsbetriebe die Beitragssumme nicht überproportional steigt, werden mit der Einführung des neuen Basisbeitrags bestimmte Produktbeiträge, wie etwa in der Milchvieh- und Rinderhaltung, reduziert oder bei Schafen und Ziegen auf null gesetzt.