14. RAMSAR - Weltkonferenz zum Feuchtgebietsschutz

asiatische Teilnehmerinnen und Teilnehmer der COP 14 stehen nebeneinander im Hintergrund das Logo und die Aufschrift COP 14 2022
Foto: Gerhard Bachner

"Wetlands for Nature and People"
Die 14. Weltkonferenz der Ramsar Konvention zum globalen Schutz der Feuchtgebiete (Ramsar COP14) fand vom 5. bis 13. November 2022 in Genf und gleichzeitig mit einer Videoschaltung nach Wuhan, China statt. 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 172 Ländern nahmen an der Konferenz teil.

Eigentlich sollte die Konferenz ja zentral in Wuhan (China) stattfinden; aufgrund der strikten Covid-Restriktionen Chinas wurde sie nach Genf verlegt – mit einer Video-Konferenzschaltung nach Wuhan, wo in einem „High Level-Segment“ eine sogenannte „Wuhan-Deklaration“ verabschiedet wurde. Im Rahmen der Konferenz wurde auch die Etablierung eines großen Mangroven-Bildungs- und Besucherzentrums für die asiatische Ramsar-Region in China  beschlossen.

Weitere Highlights der Konferenz waren die Auszeichnung von weltweit 25 weiteren „Wetland Cities“, Städte mit besonderem Bezug zu Feuchtgebieten, womit sich die Gesamtzahl auf 43 „Ramsar Wetland City – Städte internationaler Bedeutung“ erhöht. Die Konferenz, die sich mit 23 global wichtigen Beschlussanträgen befasste, wurde von einer Vielzahl von spannenden Veranstaltungen und Vorträgen – sogenannten „Side Events“ begleitet, die sich mit der Zukunft und dem internationalen und nationalen Schutz und der Wiederherstellung von Feuchtgebieten befasste.

Feuchtgebiete bieten verschiedensten Tieren und Pflanzen einen Lebensraum und sind unverzichtbar für die biologische Vielfalt und als Erholungsraum. Als Kohlenstoff-Speicher haben sie für den Klimaschutz, und als „Naturbasierte Lösungen“ im Auen- und Gewässerbereich für den Hochwasserschutz große Bedeutung. Wichtiger denn je ist es, diese Gebiete langfristig zu schützen und gezielt zu revitalisieren.

Feuchtgebiete wie Auen, Quellen, Sümpfe, Nasswiesen, Schwemmkegel, Bachläufe und Moore erfüllen zentrale ökologische Aufgaben und haben in den verschiedenen Wasserkreisläufen eine wichtige Rolle. Sie tragen zur Sicherung des Trinkwassers und zum Schutz vor Naturgefahren wie Hochwasser bei.  Die Ramsar COP14 stand unter dem Leitthema „Feuchtgebietsaktionen für Natur und Menschen“ mit dem besonderen Schwerpunkt einer stärkeren Einbindung der Jugend für eine nachhaltige lebenswerte Zukunft.

Die Hauptthemen dieser COP waren:

  1. Schutz, Pflege und Wiederherstellung von Feuchtgebieten durch Naturbasierte Lösungen – als Antwort auf die Klimakrise
  2. Bewirtschaftung und Schutz von Kleinfeuchtgebieten und Kleinstfeuchtgebieten
  3. Moore, Klimawandel und Biodiversität 
  4. Die Ökosystem-Leistungen von Feuchtgebieten
  5. Großräumige neue Kooperationen durch „Ramsar Regional-Initiativen“
  6. Integration der Feuchtgebiete in den formalen Bildungssektor
  7. Stärkere Einbindung der Jugend in den Schutz der Feuchtgebiete

Die Konferenz befasste sich auch mit dem Status des weltweiten Netzes der 2.466 „Feuchtgebiete Internationaler Bedeutung“, die zwischenzeitlich eine Gesamtfläche von 256 Millionen Hektar umfassen.

Die Ramsar-Konvention

Vor 39 Jahren, am 16. April 1983, trat Österreich der „Ramsar Konvention zum Schutz von Feuchtgebieten“ bei. Die Konvention leistet mit ihren Maßnahmen einen wesentlichen Beitrag, den Verlust an biologischer Vielfalt, insbesondere bei Binnengewässer-Ökosystemen und Wald-Feuchtgebieten, signifikant zu reduzieren.

Heute existieren in Österreich bereits 23 Ramsar-Gebiete mit einer Gesamtfläche von rund 1250 km2 (etwa 1,5 Prozent der Staatsfläche). Fast alle davon sind Waldgebiete, dazu kommen große Flussgebiete und Seeufer. Unter den heimischen Ramsar-Gebieten befinden sich zahlreiche bedeutende Moore in den Alpen, vor allem im Grundbesitz der Österreichischen Bundesforste, aber auch großflächige Schutzgebiete wie der Nationalpark Kalkalpen. Das Gebiet des Nationalparks Donau-Auen ist bereits seit Beginn des österreichischen Beitritts „Ramsar-Gebiet“.

Das Übereinkommen wurde am 2. Februar 1971 in der iranischen Stadt Ramsar geschlossen und ist damit eines der ältesten internationalen Vertragswerke zum Naturschutz. Die Konvention trat 1975 in Kraft und wurde von 21 Gründerstaaten unterzeichnet. Bis dato sind 172 Staaten der Welt Ramsar-Vertragspartei geworden und haben schon 2.471 „Ramsar-Gebiete“ mit einer Fläche von 256 Millionen Hektar nominiert. Dies entspricht etwa der 30-fachen Fläche Österreichs. Im Durchschnitt kommt alle zwei Tage ein weiteres Ramsar-Gebiet hinzu. Die Ramsar-Konvention ist bisher das einzige internationale Abkommen, das sich mit dem speziellen Lebensraum der Feuchtgebiete befasst.