3. Dialogveranstaltung „Regionale Wirtschaft und Innovationsfähigkeit stärken“

Dialogveranstaltung "Regionale Wirtschafts- und Innovationsfähigkeit stärken"
Foto: BML / Paul Gruber

Die 3. Dialogveranstaltung „Regionale Wirtschaft und Innovationsfähigkeit stärken“ fand am 5. April 2022 in der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie Lebensmittel- und Biotechnologie in Strass im Zillertal statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich darüber aus, wie die regionale Wirtschaft und Innovationskraft gestärkt werden kann.

Um Österreichs Regionen bei ihrer Entwicklung bestmöglich zu unterstützen, hat Bundesministerin Elisabeth Köstinger die Initiative „Meine Region – Heimat. Zukunft. Lebensraum.“ ins Leben gerufen. Teil der Initiative ist eine Dialogtour, die die Ministerin gestern nach Tirol in die die Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie Lebensmittel- und Biotechnologie in Rotholz geführt hat. Nach einem Rundgang durch die Bildungseinrichtung des Ressorts, begleitet durch Direktor Ronald Zecha, tauschte sich die Bundesministerin mit Schülerinnen und Schülern, Expertinnen und Experten wie auch zahlreichen Interessierten im Rahmen der Dialog-Veranstaltung darüber aus, wie die regionale Wirtschaft und Innovationskraft gestärkt werden kann.

Besuch HBLFA Tirol
Foto: BML / Paul Gruber

 

Wenn uns die jüngste Vergangenheit etwas gelehrt hat, dann, dass digitale Infrastruktur und Versorgungssicherheit zukunftsentscheidend sind.

Elisabeth Köstinger

Im Rahmen der Dialogtour, die Elisabeth Köstinger derzeit durch ganz Österreich führt, diskutiert sie mit Vertreterinnen und Vertretern aus unterschiedlichen Regionen und Fachrichtungen Möglichkeiten, wie Menschen in den Regionen noch mehr dabei unterstützt werden können, die Entwicklung ihrer Heimat selbst in die Hand zu nehmen. Die erarbeiteten Ideen und Lösungsvorschläge werden in ein Strategiedokument zum Thema Regionen einfließen. Für Mittwoch, den 5.4.2022 hatte Bundesministerin Elisabeth Köstinger zur dritten von vier Dialogveranstaltungen in die HBLFA Rotholz im Zillertal eingeladen, um mit ihr gemeinsam Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung von Regionen und der Stärkung ihrer Innovationskraft zu diskutieren.

Dialogveranstaltung "Regionale Wirtschafts- und Innovationsfähigkeit stärken"
Foto: BML / Paul Gruber

In ihren Eröffnungsreden im Rahmen der Dialogveranstaltung in Rotholz machten die Leiterin der Sektion V - Tourismus & Regionalpolitik Ulrike Rauch-Keschmann sowie Abteilungsleiter Christian Rosenwirth (damaliges Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus) das steigende Bewusstsein für Regionalität und die sich dadurch ergebenden neuen Chancen durch die Entwicklung regionaler Wirtschaftskreisläufe deutlich. Die Regionen entwickeln sich zunehmend zu Innovationslaboren und Trendsettern für neue Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensweisen. Dabei sind Kooperation und die Einbeziehung der Zivilgesellschaft ein Erfolgsfaktor. Auch Schulen, wie die HBLFA in Rotholz, erbringen für die Zusammenarbeit, den Wissensaustausch und als Ideenschmieden in den Regionen bedeutende Leistungen und Wertschöpfungsbeiträge.

In seiner Keynote, die in das Thema einführte, erklärte Mag. Jakob Eder (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH), dass es verschiedene Arten von Innovationen gibt und die Regionen unterschiedliche Chancen und Herausforderungen haben. Innovationen können nicht verordnet, aber mit der richtigen Infrastruktur, Services und Know-How unterstützt werden. Außerdem braucht es Kooperation in Netzwerken innerhalb der jeweiligen Region und mit Partnerinnen und Partnern von außerhalb. Die Multi-Akteurs-Zusammenarbeit ist ein Schlüsselfaktor für regionale Innovation -  es geht darum, die regionalen Innovationsprozesse zu öffnen, einen breiteren Zugang zu schaffen um neue Akteurinnen und Akteure hereinzuholen. Über allem steht der Mut zum Ausprobieren.

In zwei verschiedenen Arbeitsformaten wurden in der Folge Lösungsansätze und Zukunftsperspektiven rund um die Themen der regionalen Wirtschaft und Innovationsfähigkeit erarbeitet: Zum einen konnten sich die Teilnehmenden bei einem Themen-Marktplatz über die Instrumente zur Förderung regionaler Innovation in ländlichen Regionen im GAP-Strategieplan 2023-2027, vorgestellt vom Ressort, informieren. Spannende Anreize boten auch die Präsentationen zu den Themen regionale Innovationsnetzwerke als game changer, zum Prototyping für innovative Arbeits- und Begegnungsräume am Land, zu grünen, innovativen Wertschöpfungsketten der Zukunft und zu den Inkubatoren für regionales entrepreneurship. Auch der „Tiroler Weg im Tourismus“ wurde im Kontext der regionalen Innovation als Aufgabe im Mehr-Ebenen-System vorgestellt und diskutiert.

Dialogveranstaltung "Regionale Wirtschafts- und Innovationsfähigkeit stärken"
Foto: BML / Paul Gruber

Zum anderen wurde in themenspezifischen, moderierten Arbeitsgruppen noch intensiver zu folgenden Fragestellungen weitergearbeitet:

  • Wie kann der regionale Innovationsprozess auch für neue Akteurinnen und Akteure geöffnet und damit Wertschöpfungspotentiale noch besser genutzt werden? Welche Unterstützung braucht es dazu aus dem Mehr-Ebenen-System (EU-Bund-Länder-Regionen/Gemeinden)?
  • Wie können wir die Zusammenarbeit unterschiedlicher Innovations-Communities aufs nächste Level heben (Regional-/LEADER-Managements, Standortagenturen, Cluster-Managements, KEMs/KLARs, Unternehmens-Netzwerke usw.)?
  • Wie gestalten wir innovative Arbeits- und Begegnungsräume, um smarte lokale und regionale Lösungen zu finden?
  • Wie kann der sektor- und branchenübergreifende Austausch zwischen Stakeholdern für mehr regionale Wertschöpfung und Lebensqualität angeregt werden, insbesondere zwischen landwirtschaftlichen/forstwirtschaftlichen und außerlandwirtschaftlichen Akteurinnen und Akteure? Welche Formate und Rahmenbedingungen wären geeignet?
  • Wie kann Chancengleichheit als Innovationsfaktor für lebendige Regionen gestärkt werden?
Dialogveranstaltung "Regionale Wirtschafts- und Innovationsfähigkeit stärken"
Foto: BML / Paul Gruber

Im abschließenden Plenum wurden die erarbeiten Ergebnisse ausführlich dargestellt und mit Bundesministerin Elisabeth Köstinger diskutiert. Dabei wurden zwei für die Stärkung der regionalen Wirtschaft und vor allem der Innovationsfähigkeit besonders bedeutsame Aspekte herausgearbeitet: „Kooperation statt Konkurrenz“ und „Bewusstseinsbildung - Männer in die Pflicht nehmen“ um Chancengleichheit für Frauen herzustellen. 

Obwohl eine gesunde Konkurrenz als Ideentreiber gesehen wurde, waren sich die Teilnehmenden einig, dass es Kooperationen auf allen Ebenen braucht, um in und mit den Regionen Ideen und Innovationen zu generieren und auf den Boden zu bringen. Auch zwischen den Sektoren, wie z.B. dem Tourismus und der Landwirtschaft können durch Kooperationen Innovationen entstehen und auf diese Weise alle Beteiligten durch Synergien profitieren. Auch die verschiedenen Ebenen Bund, Land, Gemeinden sowie die Regionen sollen zusammenarbeiten um die Entwicklung in den Regionen voranzutreiben. LEADER- und die Regionalmanagements haben für die sektor- und ebenenübergreifende Zusammenarbeit und für soziale Innovation eine wesentliche Rolle. Als ein Beispiel für gelungene Kooperation nannte die Frau Bundesministerin den Co-Working-Space „Werkstätte Wattens“ in der Tiroler Gemeinde Wattens.

Beim Thema Chancengleichheit als Innovationsfaktor diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie das klassische Rollenverständnis von Mann und Frau bei der Kinderbetreuung und im Job verändert werden kann. Eine geglückte Work-Lifebalance ist für Eltern kleinerer Kinder eine besondere Herausforderung. Dies gilt vor allem für Frauen, die andernfalls für den Arbeitsmarkt nicht in ausreichendem Ausmaß zur Verfügung stehen, als qualifizierte Arbeitskräfte jedoch dringend gebraucht werden. Es braucht hier nicht nur den Mut Einzelner, neue Wege zu gehen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung Mütter und Väter bei der Bewältigung ihrer Aufgaben als Eltern und in ihrem Beruf zu unterstützen und dabei auch neue, kreative Lösungen zu finden.

Die nächste Station der Dialogtour von Bundesministerin Köstinger findet am 8.4.2022 in Oberösterreich statt, wo das Thema „Zusammenarbeit gestalten“ im Mittelpunkt steht. Mehr Infos auf: www.meine-regionen.at

HinweisHinweis

Die Unterlagen der Dialogveranstaltung stellen wir nach Anfrage unter info@meine-regionen.at gerne zur Verfügung.