Neue Herausforderungen auf globalen Agrarmärkten durch den Krieg in der Ukraine

Weizenfeld
Foto: BML / Alexander Haiden

Der Krieg in der Ukraine beeinflusst auch die Entwicklung auf dem österreichischen und internationalen Agrarmarkt. Für die österreichische Bevölkerung ist aktuell eine sichere Versorgungslage mit Agrarprodukten, Lebensmitteln und Trinkwasser gewährleistet.

Weltweite Weizenexporte aus der Ukraine und Russland

Die Ukraine und Russland sind wichtige Akteure auf dem Weltmarkt für Getreide und Ölsaaten. Russland ist ein weltweit bedeutender Weizenexporteur und ein wichtiger Lieferant für Rapskuchen, Sonnenblumenkuchen und Sonnenblumenkerne sowie eine bedeutende Quelle für Düngemittel in der Europäischen Union. Die Ukraine ist ein wichtiger Agrarhandelspartner der EU und verkauft große Mengen an Mais, Raps, Sonnenblumenkerne und Weizen an die EU. Zusammen zeichnen sich beide Länder für 29 Prozent der weltweiten Weizenexporte verantwortlich.

Im Gegensatz zu anderen EU-Mitgliedsstaaten importiert Österreich keinen Mais aus der Ukraine. Ölsaaten und Futtermittel werden in einem geringen Ausmaß importiert, welches aber kompensiert werden kann.

Jede Destabilisierung der landwirtschaftlichen Produktion in der Ukraine oder eine Unterbrechung der Logistikströme sowie eine Verteuerung der Frachtkosten ist mit starken Auswirkungen auf den Weltmarkt und die Rohstoffpreise verbunden.

Anstieg der Produktionskosten

Russland ist auch der wichtigste Brennstofflieferant der EU und liefert etwa 30 Prozent der Düngemittelimporte in die EU. Der Konflikt wirkt sich folglich auf die Gas- und Düngemittelmärkte aus, die bereits seit mehreren Monaten einen starken Preisanstieg verzeichnen und historisch hohe Werte erreichen (plus 288 Prozent für Erdgas gegenüber dem Vorjahr, plus 142 Prozent für Düngemittelpreise im Jahresvergleich). Diese Entwicklung deutet auf einen dauerhaften Anstieg der Produktionskosten für die europäische Landwirtschaft hin. Durch den Ausfall der Getreide u. Ölsaatenlieferungen aus der Ukraine bzw. Düngemittelrohstoffen aus der Russischen Föderation ist mit weiter steigenden Futtermittel- und Düngemittelpreisen zu rechnen. Die Einhaltung der EU-Binnenmarktregeln und die Aufrechterhaltung des EU-Binnenhandel tragen zur Stabilisierung der Lage bei. Exportrestriktionen bei bestimmten Agrarrohstoffen sind für die Wirtschaft kontra-produktiv und werden auf EU-Ebene thematisiert.

Russlandembargo seit 2014

Mit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krimhalbinsel und der Gebiete im Osten der Ukraine existieren bereits seit August 2014 sowohl EU-Sanktionen als auch Gegensanktionen von russischer Seite. Diese betreffen ein Importverbot für Agrarprodukte und Lebensmittel aus der Union, weshalb seitens der Europäischen Union exportseitig keine Auswirkungen zu erwarten sind.

Weitere Informationen