Ökologischer Zustand der Oberflächengewässer in Österreich

Ökologischer Zustand, Potenzial, Fließgewässer  EZG größer 10 km²
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Der ökologische Zustand spiegelt die Qualität von Struktur und Funktionsfähigkeit aquatischer, in Verbindung mit Oberflächengewässern stehender, Ökosysteme wider.

Fließ­ge­wäs­ser

In Ös­ter­reich gibt es 2.194 Fließ­ge­wäs­ser, deren Ein­zugs­ge­biet (EZG) grö­ßer als 10 km² ist. Diese haben eine Länge von ins­ge­samt ca. 32.101 km und werden in 8.116 Wasserkörper eingeteilt.

Ca. 86% die­ser Fließ­ge­wäs­ser sind na­tür­lich. Den rest­li­chen An­teil bil­den künst­li­che, d.h. von Men­schen­hand ge­schaf­fe­ne Was­ser­kör­per, und er­heb­lich ver­än­der­te Ge­wäs­ser, die durch Ein­grif­fe des Men­schen in ihrem Wesen maß­geb­lich ver­än­dert wur­den. Diese kön­nen auf­grund der Nut­zung nicht in den „guten öko­lo­gi­schen Zu­stand“ ge­bracht wer­den. Für sie gilt als Qua­li­täts­ziel das „gute öko­lo­gi­sche Po­ten­zi­al“. In „mäßig oder schlech­ter“ wer­den die dar­un­ter lie­gen­den Werte zu­sam­men­ge­fasst.

14,2% der Fließ­ge­wäs­ser be­fin­den sich in einem „sehr guten“, 26,4% in einem „guten“ öko­lo­gi­schen Zu­stand, d.h. es gibt nur ge­ring­fü­gi­ge Ab­wei­chun­gen vom un­be­las­te­ten Zu­stand. Knapp ein Drit­tel der Ge­wäs­ser (30,1%) sind als „mäßig“ an­zu­spre­chen, 10,5% als „un­be­frie­di­gend“ und 4,3% als „schlecht"2,5% sind in einem „guten oder bes­se­ren“ öko­lo­gi­schen Po­ten­zi­al, 11,6% be­fin­den sich in einem „mä­ßi­gen oder schlech­te­ren“ öko­lo­gi­schen Po­ten­zi­al; für 0,3% liegt keine Be­wer­tung vor (Nationaler Gewässerbewirtschaftungsplan 2021).

Ökologischer Zustand, Potenzial Seen größer 50 Hektar
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Seen

Ös­ter­reich be­sitzt zahl­rei­che ste­hen­de Ge­wäs­ser, wie na­tür­lich ent­stan­de­ne Seen, La­cken, Klein- und Au­ge­wäs­ser, und künst­li­che Bag­ger­se­en, Spei­cher- und Stau­se­en.

62 davon sind große Seen mit einer Flä­che von mehr als 50 ha.

Der Groß­teil der 43 na­tür­li­chen und 19 künst­li­chen Seen, die grö­ßer als 50 ha sind, be­fin­det sich in einem „sehr guten“ (6,5%) oder „guten“ öko­lo­gi­schen Zu­stand (35,5%), 40,3% be­fin­den sich in einem „guten oder bes­se­ren“ öko­lo­gi­schen Po­ten­zi­al14,5% der Seen sind mit einem „mä­ßi­gen“3,2 % mit einem "un­be­frie­di­gen­den" öko­lo­gi­schen Zu­stand aus­ge­wie­sen (Nationaler Gewässerbewirtschaftungsplan 2021).

Bei elf österreichischen Seen wird das Ziel des „guten Zustands“ aktuell verfehlt. Ursache dafür sind Nährstoff- bzw. hydromorphologische Belastungen, Störungen des chemisch-hydrologischen Gleichgewichts und des Wasserhaushalts, Einflüsse der fischereilichen Bewirtschaftung aber auch eingeschleppte Fischarten, Nährstoffeinträge und zum Teil erste gravierende Folgen des Klimawandels. Die jüngsten Messungen zeigen aber auch, dass z.B. der Mondsee durch Verbesserungsmaßnahmen bei den allgemeinen biologischen Komponenten wieder einen guten Zustand aufweist. Entsprechende Maßnahmen werden auch für die anderen Seen weitergeführt.

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