Österreich und Serbien kooperieren bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung
 

Flaggen aller Europäischer Union Mitgliedsstaaten
Foto: EU

Das BMLRT nahm als Lead-Partner an der Kick-Off Konferenz des Twinning-Projekts „Improvement of forest management in Serbia as a contribution to climate change adaptation and mitigation” am 22. Juni 2021 in Belgrad teil. Die Konferenz wurde Online abgehalten.
 

Das Partnerschaftsprojekt „Verbesserung der Waldbewirtschaftung in Serbien als Beitrag zur Anpassung und Eindämmung des Klimawandels“ hat zu Beginn 2021 mit der Erstellung eines Arbeitsprogramms gestartet und ist für zwei Jahre Laufzeit angelegt, wobei die Finanzierung durch die EU erfolgt. Die Projektleitung auf österreichischer Seite wird vom Bundesforschungszentrum für Wald wahrgenommen. Neben Österreich (BMLRT) und Serbien ist auch die Slowakei Projektpartner (SK Forstinstitut). Auf serbischer Seite ist das Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Wassermanagement der Haupt-Ansprechpartner. 

Ziele

Ziel des Projekts ist es, Kontakte zu den Vertretern Serbiens zu knüpfen und Vorschläge zur Stärkung des serbischen Forstsektors mit Blick auf den angestrebten EU-Beitritt zu erarbeiten. Das Themenfeld umfasst sämtliche forst- und holzbezogene EU-Politikbereiche und Strategien. Schwerpunkte sind insbesondere forstliche Informationssysteme, sowie die Bioökonomie etc. Es soll durch die Zusammenarbeit der Projektpartner eine Heranführung an EU-Bestimmungen und die strategischen Ziele des „Green Deal“ erfolgen.  

Struktur der Arbeiten und bisherige Fortschritte

Grundsätzlich wird die Arbeit im Wege von mehrtätige Arbeitstreffen im Empfängerland, also Serbien, organisiert. Pandemie-bedingt fanden bislang sämtliche Sitzungen im reinen Online-Format statt, was die persönliche Vernetzung, sowie die praktischen Arbeiten mit verschiedenen Unterlagen erschwert hat. Die Arbeiten sind in Komponenten unterteilt, wobei für jede Komponente ein eigener Arbeitsplan mit spezifischen Zielen besteht, wobei alle Komponenten ineinandergreifen.

Komponente 1:
Bewertung und Verbesserung der gegenwärtigen Forstpolitik und Stärkung der Verwaltungskapazitäten (à Lead: BMLRT)

Komponente 2:
Bewertung und Verbesserung des gegenwärtigen Zahlungs- und Fördersystems im Forstsektor   (à Lead: SK Forstinstitut)

Komponente 3:
Bewertung und Anpassung der Regelungen betreffend Holzhandel an die EU-Bestimmungen (à Lead: BFW)

Die bisherigen Arbeiten haben sich auf die Rechtslage und Situation des Forstsektors sowie Forststrategien jeweils in Serbien, Slowakei und Österreich konzentriert. Zudem wurde ein Überblick über die forstrelevanten Bestimmungen und Strategien der EU gegeben. Es wurde eine tabellarische Übersicht zu einzelnen Schwerpunktbereichen erstellt, auf deren Basis im nächsten Schritt die konkreten Handlungsfelder identifiziert und eine Road-Map für den serbischen Forstsektor erstellt werden soll. Auf serbischer Seite bauen die Überlegungen auf einem Entwurf für ein nationales Waldprogramm aus dem Jahr 2011 auf, der jedoch nie zur Umsetzung gelangte. Dieser soll im Lichte der EU-Vorgaben und mit Blick auf die Umsetzung in Österreich und der Slowakei neu aufgesetzt werden.

Maria Patek, Leiterin der Sektion Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit im BMLRT, hob in ihrer Rede die gute und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Österreich und Serbien hervor und unterstrich abermals die Vorbildrolle, die Österreich im Bereich der nachhaltigen Waldbewirtschaftung einnimmt.

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