EU-Symposium "Wald trifft Politik" in Berlin

Wald trifft Politik
Foto: BML / Paul Gruber

Der deutsche Forstwirtschaftsrat lud am 29. April 2022 zu einem hochkarätigen EU-Symposium nach Berlin ein, an dem unter anderem Bundesministerin Köstinger, der deutsche Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Özdemir, sowie der EU-Umweltkommissar Sinkevicius teilgenommen haben.

Europäische Forstwirtschaft steht zusammen

Nach Impulsvorträgen zur Situation der Forst- und Umweltpolitik fand eine Podiumsdiskussion mit Abgeordneten des Europaparlaments mit dem Ziel eines grenzüberschreitenden wissenschaftsfundierten Meinungsaustausches statt. Die Veranstaltung von Deutschem Forstwirtschaftsrat (DFWR) und der österreichischen Plattform Forst – Holz – Papier (FHP) lockte rund 200 Gäste aus Politik, Forst- und Holzwirtschaft aus ganz Europa ins Axica Kongress- und Tagungszentrum. Alle Beteiligten waren sich einig, dass forstpolitische Entscheidungen zum Erhalt der Wälder auf nationaler und europäischer Ebene regionale Vielfalt, Praxisnähe und Evidenz beachten müssen. 

Multifunktionale Rolle der Forstwirtschaft 

Bundesministerin Köstinger ging in ihrem Vortrag besonders auf die Schlüsselrolle der Wälder, insbesondere in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels ein. Diese bieten vielfältige Funktionen für Natur und Gesellschaft, andererseits steigen die Ansprüche an den Wald und es gilt, verschiedene Interessen, gerade auch politische, zu berücksichtigen. In ihrem Statement fanden die nachfolgenden Punkte Niederschlag. 

Nachhaltige Waldbewirtschaftung in Österreich

Nachhaltige Waldbewirtschaftung hat dazu beigetragen, dass in Österreich sowohl Waldfläche als auch Holzvorrat seit Jahrzehnten wachsen. Wälder müssen auch weiterhin bewirtschaftet werden, um die Widerstandsfähigkeit, die Schutzwirkung und den Beitrag zur Bioökonomie zu sichern.

Green Deal 

Auf europäischer Ebene hat der Green Deal entscheidende Weichen mit großen Auswirkungen auf den Forst- und Holzsektor gestellt. Die Potentiale des europäischen Forst- und Holzsektors sollen beitragen, das Hauptziel des Green Deal - den Umbau des EU-Binnenmarktes zu einer nachhaltigen Wirtschaft - zu verwirklichen. Hierfür ist es auch essentiell, die Mitgliedsstaaten und ihre Kompetenzen und Expertise in der Forstwirtschaft mitzunehmen, um die besten Lösungswege zu entwickeln.

EU-Waldstrategie

 Die Schlussfolgerungen des Rates vom November stellen die politischen Leitlinien für die weiteren Arbeiten dar. Die Herausforderungen müssen gemeinsam angegangen werden und der Forst- und Holzsektor aktiv unterstützt werden. Auch dieser Sektor ist betroffen von den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine. Eine unabhängige Versorgung und eine resiliente Wirtschaft sind von zentraler Bedeutung, mit dem Wald als Rohstofflieferant und Einkommensquelle. Der Umstieg auf erneuerbare Energien und bestmögliche Nutzung regional verfügbarer nachwachsender Ressourcen muss vorangetrieben werden.

Klimawandel und Holznutzung

Der Klimawandel wird sich auch langfristig negativ auf die CO2-Senkenleistung der Wälder auswirken. Die Dekarbonisierung als Paris-Ziel kann ohne Holznutzung und Substitutionseffekte nicht gelingen. Eine multifunktionale, Kohlenstoff-optimierte Waldbewirtschaftung bei gleichzeitig nachhaltiger Holznutzung muss auch in Zukunft sichergestellt sein, innovative Holzprodukte spielen dabei eine zentrale Rolle. Im Rahmen des 2020 eingerichteten österreichischen Waldfonds zur Unterstützung der heimischen Forst- und Holzwirtschaft wurde daher eine Holzinitiative gestartet, Diese fördert unter anderem innovative Technologien und Maßnahmen für die stoffliche und energetische Verwendung von Holz, um die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen zu verringern. Für Herbst 2022 ist ein internationales Gipfeltreffen zur Holzpolitik geplant, um die Kräfte auch auf europäischer Ebene im Sinne der Holzinitiative zu vereinen. 

In Summe bedarf es bei all diesen aktuellen Fragen und Herausforderungen einem Dialog auf Augenhöhe und die Einbindung aller Stakeholder. Das EU Symposium sollte auch dazu beitragen, die gemeinsame Zusammenarbeit aller Beteiligten weiter zu vertiefen.

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