Verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel wird umgesetzt

Ab-Hof-Verkauf
Foto: Hannes Buchinger

Konsumentinnen und Konsumenten legen immer mehr Wert auf die Herkunft ihrer Lebensmittel. Zwei Verordnungen zur verpflichtenden Herkunftskennzeichnung auf verarbeiteten Produkten und in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung gehen jetzt in Begutachtung. Es ist vorgesehen, dass ab 2023 die Grundzutaten Fleisch, Milch und Eier gekennzeichnet werden müssen.
 

86 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher legen großen Wert auf die Herkunft der Produkte. Für Konsumentinnen und Konsumenten ist es derzeit aber kaum möglich zu erkennen, woher die Grundzutaten in den Lebensmitteln kommen. Das ist ein klarer Wettbewerbsnachteil für unsere heimischen Bäuerinnen und Bauern!

Das wird sich nun ändern: Mit einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung auf verarbeiteten Produkten und in der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung von den Grundzutaten Fleisch, Milch und Eiern gelingt ein großer Meilenstein, der unsere bäuerlichen Familienbetriebe stärkt und gleichzeitig mehr Transparenz für die Konsumentinnen und Konsumenten bringt: Wo Österreich drinnen ist, muss künftig Österreich draufstehen!

Die beiden Verordnungen, die die Kennzeichnungen regeln, sind fertig und gehen nun in Begutachtung. Nach der Notifikation bei der Europäischen Kommission soll die verpflichtende Herkunftskennzeichnung ab 2023 in Kraft treten.

Was und wie wird gekennzeichnet?

Die Kennzeichnung betrifft die Primärzutaten Fleisch, Milch und Ei.

  • Bei Fleisch: Rindern, Schafen, Ziegen, Schweinen oder Geflügel
  • Bei Milch zusätzlich Butter, Sauerrahm, Topfen, Naturjoghurt, Schlagobers oder Frischkäse
  • Bei Ei zusätzlich Flüssigei, -eigelb, -eiweiß oder Trockenei.

Primärzutat bedeutet, die Zutat hat einen Anteil von mindestens 50 Prozent am Lebensmittel beziehungsweise an der Speise oder es handelt sich um jene Zutat, die Konsumentinnen und Konsumenten üblicherweise mit der Bezeichnung des Lebensmittels beziehungsweise der Speise assoziieren. Daher wird künftig klar ersichtlich sein, ob eine Primärzutat aus Österreich oder einem anderen Land kommt.

Bei Fleisch muss in der Regel gekennzeichnet werden, wo das Tier geboren, gemästet und geschlachtet wurde, bei Milch, wo das Tier gemolken wurde, bei Eiern, wo das Ei gelegt wurde.

Wo muss gekennzeichnet werden?

Lebensmittelhersteller und -unternehmen müssen auf der Verpackung von verarbeiteten, verpackten Lebensmitteln die Herkunft angeben, also zum Beispiel auf der Verpackung von Wurstwaren, Käse oder auf Mayonnaisen-Tuben. Gemeinschaftsverpfleger, die von der öffentlichen Hand beauftragt werden, müssen die Herkunft mittels Aushang oder in der Speisekarte ausweisen. Das sind zum Beispiel Aufsteller an der Ausgabe in der Krankenhaus-Kantine oder am Speiseplan im Kindergarten.

Was heißt das in der Praxis? Drei konkrete Beispiele:

  • Im Supermarkt wird auf der Käseverpackung gekennzeichnet sein, woher die Milch im Käse kommt.
  • Auf der Verpackung des Eiaufstrichs wird nun endlich ersichtlich, ob die Eier aus Österreich oder dem Ausland stammen.
  • Wenn man sich in der öffentlichen Kantine ein Rindsgulasch kauft, muss in Zukunft am Menüplan gekennzeichnet sein, woher das Rindfleisch kommt.

Konsumentinnen und Konsumenten wollen wissen, wo’s herkommt!

Den Konsumentinnen und Konsumenten ist laut AMA-Umfrage aus dem Jahr 2020 die Herkunft der Produkte wichtiger als der Preis.

  • 62 Prozent geben an, dass ihnen Regionalität wichtig ist.
  • 38 Prozent legen sogar Wert darauf, dass die Produkte direkt vom Bauern kommen.
  • Nur 36 Prozent sagen, dass der Preis ausschlaggebend ist.
  • 94 Prozent der österreichischen Bevölkerung haben ein positives bis sehr positives Bild der österreichischen Landwirtschaft und wollen sie unterstützen.
  • Eine Studie der Landwirtschaftskammer Österreich zeigt: Wenn um 1 Prozent mehr heimische Lebensmittel gekauft werden, schafft das 3.100 Arbeitsplätze und eine zusätzliche Wertschöpfung von 140 Millionen Euro.
  • So erreichen wir in Österreich die Transparenz, die sich Konsumentinnen und Konsumenten wünschen und jene Wertschätzung, die sich die Bäuerinnen und Bauern verdienen.