Nutzung von Brachflächen zur Steigerung der Versorgungssicherheit

Ernte

Russland und die Ukraine sind wichtige Produzenten verschiedener Ackerkulturen wie Mais, Weizen oder Ölsaaten. Durch Export- und Ernteausfälle gefährdet der Angriffskrieg auf die Ukraine die globale Ernährungssicherheit stark. Als große Verlierer gelten vor allem die Länder Nordafrikas.

Um einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit und Produktivitätssteigerung zu leisten, hat die Europäische Union für das Jahr die Nutzungsfreigabe von Bracheflächen im Rahmen der Ökologischen Vorrangflächen (ÖVF) der ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik beschlossen.

Damit können Bracheflächen in diesem Jahr nicht nur für Futterzwecke (Mahd und Beweidung), sondern auch für Kulturen im Frühjahrsanbau, wie Mais oder Soja, genutzt werden.

Diese Stellschraube wurde bereits in der Vergangenheit als Reaktion auf durch Dürreperioden verursachte Ernteausfälle genutzt.

Vermehrter Anbau von Mais

Von dieser Möglichkeit wird in Österreich auf rund 12.000 Hektar Ackerfläche Gebrauch gemacht. Mit rund 7.000 Hektar wird mehr als der Hälfte davon für den Anbau von Mais genutzt. Auf Leguminosen sowie die Nutzung der Flächen zur Mahd und Beweidung entfallen jeweils rund 2.000 Hektar.

Als weiterer Bestandteil der Ausnahme wird auf diesen Flächen entgegen den bestehenden Regelungen vom Pflanzenschutzmittel-Anwendungsverbot abgesehen.

Biodiversitätswirkung bleibt erhalten

Im Rahmen der 1. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik wurden weiterhin rund 7.000 Hektar ÖVF-Bracheflächen beantragt.

Biodiversitätsflächen, die im Rahmen des Agrarumweltprogrammes ÖPUL über die zweite Säule gefördert werden, unterliegen einem anderen Regelwerk und bleiben von dieser Ausnahme unberührt. Das bedeutet, dass weitere rund 45.000 Hektar Ackerflächen als Flächen mit positiver Umweltwirkung erhalten bleiben.