Agrarstrukturerhebung 2020: Agrarpolitische Maßnahmen wirken

Präsentation Agrarstrukturerhebung 2020
Foto: BML / Michael Gruber

Bäuerliche Familienbetriebe bleiben das Rückgrat der österreichischen Land- und Forstwirtschaft. Ein  Plus zeigt die Agrarstrukturerhebung bei der Zunahme der Bio-Produktion. Ebenso ist die Anzahl der Betriebsleiterinnen gestiegen.

 

EU-Mitgliedstaaten haben alle zehn Jahre eine sogenannte „Agrarstrukturerhebung“ durchzuführen. Die letzte Vollerhebung wurde 2010 gemacht. Nun haben Österreichs Land- und Forstbetriebe der Statistik Austria Auskunft für 2020 gegeben. Statistik Austria Generaldirektor Tobias Thomas und Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig haben in einer gemeinsamen Pressekonferenz die Ergebnisse vorgestellt.

Zentrale Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2020

  • 2020 gab es in Österreich 154.593 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Entsprechend des Strukturwandels hat die Anzahl der Betriebe im vergangenen Jahrzehnt um 11% abgenommen – und damit fast um die Hälfte weniger, als im Jahrzehnt davor! 2010 waren es rund 20%.
  • 2020 waren in diesen Betrieben 420.018 Personen beschäftigt.
  • Starkes Plus bei Bio-Landwirtschaft: 24.809 Betriebe oder 22,4% wirtschafteten nach biologischen Richtlinien. 2010 waren es 15,1%.
  • Auch die Anzahl an Frauen-geführten Betrieben hat leicht zugenommen: 35% der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe sind „weiblich“, 2010 lag der Anteil bei 34%.
  • 93% Familienbetriebe: 4 von 5 Arbeitskräften sind Familienangehörige.
  • 58% der Betriebe werden im Nebenerwerb, 36% im Haupterwerb geführt.
  • Unsere Land- und Forstbetriebe sind nach wie vor klein strukturiert, auch wenn der Trend zu leicht größeren Betrieben anhält. Die durchschnittlich landwirtschaftlich genutzte Fläche (Ackerland, Dauerkulturen, Dauergrünland) stieg von 18,8 ha auf 23,6 ha. Zum Vergleich: Deutschland 63 ha, Dänemark 75 ha, USA 180 Hektar.
  • Auch unsere Tierhaltung ist im internationalen Vergleich klein strukturiert. 82.001 Betriebe hielten Nutztiere. Im Schnitt werden 34 Rinder oder 112 Schweine pro Betrieb verzeichnet. Zum Vergleich: Deutschland 85 Rinder, 1.300 Schweine. Niederlande 3.400 Schweine pro Betrieb.

"Die Agrarstrukturerhebung 2020 zeigt, dass die agrarpolitischen Maßnahmen, wie das Agrarumwelt- oder Bergbauernprogramm, wirken. Demnach ist unsere Landwirtschaft nach wie vor klein strukturiert, auch wenn der Trend zu leicht größeren Betrieben anhält. Insgesamt sind 93 Prozent Familienbetriebe – sie bleiben das Rückgrat unserer Land- und Forstwirtschaft. Auch die Bio-Produktion ist stark gewachsen. Zudem ist die Anzahl an frauengeführten Betrieben auf 35 Prozent gestiegen."

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig