"Leaving no one behind" - FAO beging Welternährungstag 2022

Jedes Jahr am 16. Oktober, dem Gründungstag der UNO Landwirtschaftsorganisation FAO wird weltweit der Welternährungstag begangen. Heuer stand er unter dem Motto "Leaving no one behind". Damit wurde daran erinnert, dass auf Grund der vielfältigen Krisen immer mehr Menschen zurückzufallen drohen in Bezug auf ihre Ernährung, ihr Einkommen, ihre Gesundheit, ihre Bildung oder ihre Umwelt.

Die FAO hat bereits am 14. Oktober den Tag mit einer globalen Zeremonie an ihrem Hauptsitz begangen. Als Redner waren neben den persönlich anwesenden Generaldirektoren der drei in Rom ansässigen UN-Agenturen FAO, WFP und IFAD auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres, Papst Franziskus und Italiens Staatspräsident Sergio Matarella mit Videobotschaften vertreten.  Am Nachmittag stand die Jugend beim Junior World Food Day im Mittelpunkt. Alle Redner betonten unisono die Notwendigkeit zu mehr Solidarität und kollektiver Anstrengung für die am meisten von Hunger Betroffenen. Details zu dieser Veranstaltung finden Sie auf der Webseite der FAO in der Linkliste am Ende dieses Beitrages.

  1. Die Fakten:

Laut FAO litten 2021 zwischen 702 und 828 Millionen Menschen an Hunger. Das waren somit um ca. 150 Millionen Menschen mehr als vor Ausbruch der Corona-Pandemie 2019. Damit wird die Verwirklichung der UN-Nachhaltigkeitsziele, insbesondere SDG 2 (Auslöschung des Hungers im Jahr 2030), immer unwahrscheinlicher. Schätzungen gehen von 670 Millionen von Hunger Betroffenen im Jahr 2030 aus. Das würde dem gleichen Wert von 2015 entsprechen, als die Sustainable Development Goals die vorangegangenen Millenium Development Goals ablösten. Rund 2,3 Milliarden Menschen haben keinen ausreichenden Zugang zu Nahrung (moderate bis schwere Ernährungsunsicherheit); ca. 3 Milliarden Menschen konnten sich 2020 keine qualitativ ausreichende Ernährung leisten (Zunahme von 112 Millionen Menschen gegenüber 2019). Auch die Jüngsten sind betroffen: global waren 2020 22% aller Kinder zu klein für ihr Alter, 6,7% zu dünn für ihr Alter und 5,7 % übergewichtig.

  1. Die Herausforderungen:

Die Lösung all dieser Probleme wird angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage nicht einfacher:

  • Durch den Krieg auf ukrainischem Gebiet fallen 2 wesentliche Getreideexporteure aus, auch wenn durch verschiedene politische Bemühungen wie der "Black Sea Initiative" versucht wird, diesem Mangel gegenzusteuern. Die Folgen sind höhere Nahrungsmittelpreise und Versorgungsengpässe, vor allem in Ostafrika und den MENA-Ländern (Mittlerer Osten und Nordafrika).   
  • Höhere Treibstoff- und Gaspreise bewirken höhere Transport- und Düngemittelpreise.
  • Die Covid-19 Pandemie scheint sich zwar durch die Entwicklung moderner Impfstoffe in manchen Weltgegenden zu entspannen, global gesehen ist jedoch noch von keinem Ende auszugehen. Insbesondere die wirtschaftlichen Eruptionen sind noch nicht bewältigt.
  • Auch die Klima- und Umweltkrise ist noch Thema: Dürren, Überschwemmungen oder massiver Schädlingsbefall durch Heuschrecken führen immer wieder zu massiven Ernteverlusten (jüngstes Beispiel: die Überschwemmungen in Pakistan).
  • Lokale bewaffnete Konflikte in Afrika verwehren Hilfsorganisationen den notwendigen humanitären Zugang, um Hungernden vor Ort mit Nahrungsmitteln zu helfen (Beispiel: Blockade der WFP-Hilfskonvois in Tigray).
  1. Der Welternährungstag weltweit:

Der Welternährungstag soll aber nicht nur eine rein römische Veranstaltung am FAO Hauptsitz sein. Der Tag wurde mit rund 100 Initiativen in 150 Ländern begangen.

Die FAO holt in diesem Zusammenhang regelmäßig viele lokale Best-Practise Beispiele vor den Vorhang. Food Heroes, die mit innovativen Lösungen für eine Verbesserung ihrer Lebenssituation sorgen und Auswege aufzeigen. Aber auch das UN-Welternährungsprogramm (WFP) liefert nicht nur dringend erforderliche Hilfspakete an vulnerable Gemeinschaften, sondern hat mit dem WFP Innovation Accelerator eine Plattform für neue junge Lösungsansätze geschaffen.

Nur durch ein gemeinsames Zusammenwirken aller Stakeholder von Regierungen, dem akademischen Bereich, Nichtregierungsorganisationen und der Zivilgesellschaft, Indigenen bis zu jedem Einzelnen von uns kann es gelingen, erfolgreiche Schritte im Kampf gegen Hunger und Unterernährung zu setzen. Der jährliche Welternährungstag ist dafür der beste Anlass.

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