Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation zu Besuch in Österreich

Betriebsbesuche NÖ
Foto: BML

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig hatte am 29. Oktober 2022 den Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO, Food and Agriculture Organization of the United Nations) QU Dongyu zu Gast in Österreich. Gemeinsam waren sie auf den Spuren der österreichischen landwirtschaftlichen Struktur.

Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Besuch des digitalen Muster-Bauernhofes „Innovation Farm“ im Francisco Josephinum Wieselburg und landwirtschaftlicher Betriebe. Die FAO interessiert sich sehr für Österreichs flächendeckende, kleinstrukturierte Landwirtschaft und das heimische Netz an Direktvermarktern. Gerade in Krisenzeiten sind erfolgreiche Systeme zur Lebensmittelversorgungssicherheit für die FAO wichtig.

Österreich zeichnet sich durch eine erfolgreiche kleinstrukturierte Landwirtschaft aus. Vor nicht allzu langer Zeit wurde Österreich noch für sein System einer flächendeckenden und nachhaltigen Landwirtschaft belächelt, heute ist es ein Vorzeigemodell für regionale Versorgung und ökosoziale Marktwirtschaft. Großes Interesse zeigt die FAO am breiten Netz an Direktvermarktern. Diese versorgen die Bevölkerung nicht nur mit regionalen Lebensmitteln, sondern sichern auch rund 31.000 Arbeitsplätze in den Regionen.

Neben traditionellen Formen der Landwirtschaft, setzt Österreich aber auch auf die Forschung und Entwicklung digitaler Lösungen in der Landwirtschaft. Am Francisco Josephinum in Wieselburg werden an drei Standorten und 20 Pilot- bzw. Demonstrationsbetrieben in enger Zusammenarbeit mit der Industrie neue digitale Technologien, Trends und Entwicklungen erprobt, greifbar und anwendbar gemacht. Während seines Besuches in Österreich konnte sich FAO Generaldirektor QU Dongyu auch ein Bild vom Konzept der „Innovation Farm“ machen. Auch für andere Länder wird es immer wichtiger, den Nutzen technischer Lösungen für die Landwirtschaft aufzuzeigen und den Zugang zu neuen Entwicklungen für Bäuerinnen und Bauern zu erleichtern.

Über die FAO

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist die größte Sonderorganisation der Vereinten Nationen, wurde 1945 gegründet und hat ihren Sitz in Rom. Österreich ist seit 1947 Mitglied der FAO.  Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation verfolgt das Ziel, weltweit zur Verbesserung der Ernährung beizutragen und Hunger zu bekämpfen. Zu ihrer täglichen Arbeit zählt unter anderem die Bereitstellung von Informationen zur weltweiten Entwicklung der Land-, Forst-, Fischerei- und Ernährungswirtschaft, um Versorgungskrisen rechtzeitig zu erkennen. Sie erarbeitet auch Strategien zur Ernährungssicherung sowie eigene Entwicklungsprojekte. So veröffentlicht die FAO unter anderem einen monatlichen Bericht zur Lebensmittelversorgungslage im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine.

QU Dongyu, ein ausgewiesener Experte der Agrar- und Umweltwissenschaften hat das Amt des Generaldirektors der FAO seit Juli 2019 inne. Die nächste Wahl findet ordnungsgemäß im Juli 2023 statt.

Das gemeinsame Engagement Österreichs mit der FAO ist vielfältig. So besteht beispielsweise im Forstbereich eine enge Zusammenarbeit. Österreich unterstützt seit mehreren Jahren Initiativen der FAO betreffend die nachhaltige Holznutzung, wie „Sustainable Wood for a Sustainable World“ oder „Growing wood solutions“. Aktuell ist eine verstärkte Zusammenarbeit mit der FAO im Hinblick auf den Aufbau einer globalen Plattform für Austausch zu nachhaltigen, holzbasierten Lösungswegen in Vorbereitung. Außerdem übernahm im Oktober 2022 der Österreicher Günter Walkner, ein ausgewiesener Forstexperte und Ständiger Vertreter Österreichs bei der FAO, den Vorsitz des Forstkomitees der FAO für die kommende, zweijährige Vorsitzperiode.