GAP-Strategieplan von der Kommission genehmigt

Grünland,Grünland
Foto: BML / Martina Siebenhandl

Am 13. September 2022 genehmigte die Europäische Kommission den österreichischen Strategieplan, mit dem die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) in den kommenden Jahren in Österreich umgesetzt wird.

Zusammen mit Luxemburg wurde der „GAP-Strategieplan Österreich 2023–2027“ am 13. September 2022 von der Europäischen Kommission bestätigt, nachdem kurz zuvor schon die Strategiepläne von Dänemark, Finnland, Frankreich, Irland, Polen, Portugal und Spanien angenommen wurden. Damit befindet sich Österreich wieder unter den ersten EU-Mitgliedsstaaten, die sich die erforderliche Rechtssicherheit für die nationale Umsetzung der Gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP) sicherstellen konnten.

HinweisHinweis

Die genehmigte Strategieplanversion samt den dazugehörigen Anhängen finden Sie im Downloadbereich. Da die vorliegenden Dokumente aus einer obligatorisch anzuwendenden EDV-Anwendung generiert werden, entsprechen diese nicht vollständig den Vorgaben der Barrierefreiheit im Sinne des österreichischen Bundes-Behindertengleichstellungsgesetztes.

Der Genehmigung ging ein intensiver Austausch zwischen Österreich und den Kommissionsdienststellen über die konkrete Ausgestaltung der reformierten GAP voraus und wie die dafür zur Verfügung stehenden Mittel eingesetzt werden sollen.

Wichtiger Eckpunkt der europaweiten Reform ist die Zusammenführung beider Säulen der GAP– Direktzahlungen inklusive Sektormaßnahmen und Ländliche Entwicklung – in ein integriertes, leistungsbasiertes Umsetzungsmodell. Damit gehen, auch vor dem Hintergrund der Einbindung des Europäischen Green Deals, erhöhte Umwelt-, Tierwohl- und Klimaambitionen einher, deren Zielerreichung im Rahmen des nationalen Strategieplans durch geeignete Unterstützungsmaßnehmen entsprechend abgegolten werden soll.

Insgesamt stehen für die Jahre 2023 bis 2027 8,8 Milliarden Euro an europäischen und nationalen Mitteln für die Landwirtschaft und die ländlichen Räume zur Verfügung, wobei sich an der nationalen Finanzierung anteilig sowohl der Bund als auch die Länder beteiligen.

Über 98 verschiedene Maßnahmen sollen die Mittel zielgerichtet für folgende Schwerpunkte eingesetzt werden:

  • Stärkung der nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe, u.a. durch direkte Einkommensstützung, Umverteilung auf kleinere Betriebe oder Investitionen
  • Sicherung der Ernährung der Bevölkerung
  • Ausbau des hohen Niveaus an Ressourcen- und Klimaschutz
    • Stärkung einer biodiversitätsfördernden Landwirtschaft
    • Weiterentwicklung der biologischen Landwirtschaft und Förderung einer nachhaltigen Forstwirtschaft
    • Bewirtschaftung der Berg- und benachteiligten Gebiete
  • Förderung von Wissenstransfer, Innovation und Diversifizierung
  • Verbesserung der Vitalität und Lebensqualität in ländlichen Gebieten
    • Ausbau von Infrastrukturen und Dienstleistungen
    • Weitere Stärkung des LEADER-Ansatzes

Von Beginn an wurden alle relevanten Stakeholder der Landwirtschaft und der ländlichen Entwicklung in Österreich durch einen umfangreichen Beteiligungsprozess aktiv in die Arbeiten am GAP-Strategieplan eingebunden.

Aktuell wird mit Hochdruck an den erforderlichen nationalen Umsetzungs- und Abwicklungsstrukturen gearbeitet, um wie geplant ab Anfang 2023 mit der Umsetzung des Strategieplans starten können. Großer Wert wird dabei auf einen reibungslosen Förderperiodenübergang gelegt. So wird sichergestellt, dass Fördermaßnahmen des Programms für ländliche Entwicklung 2014–2020 wie geplant ausgeführt und ausfinanziert werden.

Downloads